Bordercollies

of Goblin`s Fountain

Hütearbeit


Die eigentliche Aufgabe, die ein Border Collie ausübt, ist das Arbeiten, genauer gesagt das Hüten von Schafen. In diesem Bereich wird er seit Jahrhunderten eingesetzt und es ist erstrebenswert, daß er diese überragende Fähigkeit, Schafe zu dirigieren und somit dem Schäfer einen Großteil der Arbeit abzunehmen, beibehält. Es gibt wohl auf der ganzen Welt keine zweite Hunderasse, die die Bereitschaft und die Fähigkeit zum Arbeiten besitzt wie der Border Collie. Seine Intelligenz, seine Wendigkeit, aber auch sein Einfühlungsvermögen im Umgang mit Schafen machen ihn zum beliebtesten Hütehund auf der Welt. In England haben die Schäfer schon früh damit begonnen, ihre Hunde in sogenannten Sheepdogtrials gegeneinander im Schafehüten antreten zu lassen. Man wollte herausfinden, welcher Hund der beste ist, und ein Gewinn einer solchen Veranstaltung brachte viel Prestige, Ansehen und, was nicht selten vorkam, Geld im Falle der Veräußerung eines Hundes oder seiner Nachzucht. Solche Veranstaltungen fanden einen regen Zuspruch seitens der Zuschauer und heute werden solche Trials sogar im Fernsehen übertragen. Auch in Deutschland werden solche Hütetrials mittlerweile recht häufig ausgetragen. Wie ein solcher Wettbewerb abläuft, soll im folgenden kurz beschrieben werden. Es gibt drei Kategorien, in denen gestartet wird. Die Anfänger, die Fortgeschrittenen und die sogenannte Offene Klasse, in der die „Profis“ starten. Die Parcoursgestaltung ist in der Grundstruktur immer gleich, kann aber, je nach Gelände, variieren. Die Aufgabenverteilung und eine Zeitbegrenzung richten sich nach der jeweiligen Starterkategorie, wobei klar sein dürfte, daß die Anfänger ein leichteres Programm haben als die Cracks in der Offenen Klasse. Jeder Lauf von einem Hund und dessen Besitzer, der sein Tier durch Kommandos führt, selbst aber nicht mitläuft, ist in mehrere Abschnitte unterteilt. Für jeden Abschnitt vergibt ein Richter, der für die Bewertung des Laufes zuständig ist, Punkte. Es gibt für jede Aufgabe eine Maximalpunktzahl, von der im Falle möglicher Fehler Punkte abgezogen werden. Die im folgenden verwendeten Begriffe bitte ich unten auf der Seite, wo die Fachbegriffe erklärt werden, nachzulesen.

Beim Outrun und beim Lift wird bewertet, wie der Hund sich den Schafen annähert. Es wird darauf geachtet, wie die Schafe auf den Hund reagieren, denn Bedrohungen werden von sensiblen Tieren wie Schafen in der Regel mit Flucht quittiert. Nähert sich der Hund zu schnell, wird dies genauso negativ bewertet, als wenn er zu lange braucht, um an sein Ziel zu gelangen. Sollte der Hund beißen oder zuschnappen bedeutet dies die Disqualifikation des Tieres. Optimal ist es, wenn der Hund die Schafe von Anfang an unter Kontrolle hat, wenn er Ruhe ausstrahlt und souverän und ohne die Schafe zu ängstigen diese führt. Für diese Arbeitsweise ist der Border Collie bekannt, unter anderem aus diesem Grunde ist er auch der beliebteste Hütehund. Nun kommt es darauf an, wie sich die Schafe treiben lassen, ob sie die einzelnen Hindernisse wie verlangt passieren. Es ist auch sehr wichtig, in welcher Linie sie sich bewegen, denn nur wenn diese gerade verläuft, erhält der Hund die volle Punktzahl. Jedes Abweichen der gedachten Linien wird mit Punktabzug bestraft. Die Schafe sollen sich stets ruhig und gleichmäßig ohne anzuhalten oder fortzulaufen bewegen. Man kann sich leicht vorstellen, wie viel Arbeit in der Ausbildung eines solchen Hütehundes steckt. Er muß auf jeden Befehl seines Herrn sofort hören, tut er dies nicht und muß der Hundeführer zu sehr korrigierend eingreifen, werden ebenfalls Punkte abgezogen. Nach jedem Durchgang werden die Schafe gewechselt, um eine Überbeanspruchung der Tiere zu verhindern. So hat auch jeder Teilnehmer die gleichen Voraussetzungen. Gewinner einer solchen Veranstaltung ist der Hund, welcher die wenigsten Fehler verursacht.

Fachbegriffe kurz erklärt

1. Der Outrun

Als Outrun bezeichnet man das Hinauslaufen des Hundes zu den Schafen. Gibt der Hundeführer das entsprechende Kommando, läuft der Hund links oder rechts in einem großen Bogen hinaus um die Schafe herum, so dass diese nicht mehr zurück in den Pferch laufen können. Dort verweilt der Hund in entsprechendem Abstand zu den Tieren und wartet auf das nächste Kommando. Dabei soll er die Schafe nicht beunruhigen. Punktabzüge gibt es für ein zu enges Herumlaufen, auch dann, wenn der Hund gerade auf sie zuläuft oder, was am schlimmsten bestraft wird, wenn er vor den Schafen von der linken auf die rechte Seite kreuzt. Ein Kommando sollte genügen, für zusätzliche Anweisungen gibt es wieder Punktabzüge.

2. Der Lift

Unter Lift versteht man das Aufnehmen und in Bewegung setzen der Schafe. Er geht dabei von seiner nach dem Outrun erreichten Position gleichmäßig auf die Tiere zu, damit diese sich langsam und in möglichst gerader Linie über den Parcours zum Hundeführer hin bewegen. Dem Lift kommt eine essentielle Bedeutung zu. Durch zu schnelles Nähern kann er die Schafe zur Flucht veranlassen, zu langsames Vorgehen wird vom Richter mit Punktabzug bestraft.

3. Der Fetch

Fetch bedeutet, dass der Hund die Schafe nun auf möglichst gerader Linie durch das Fetchgate zu seinem Hundeführer bringt. Bestraft werden hierbei jegliche Abweichungen von der geraden Linie, jedes Schaf, das nicht durch das Gate geht und ein zu weites Auseinanderlaufen der Schafe. Beim Hundeführer angelangt muss der Hund die Schafe nun um diesen herum treiben. Dies soll weder zu eng an diesem vorbei noch zu weit von ihm entfernt geschehen.

4. Der Drive

Nun sollen die Schafe vom Halter weg zum ersten Drivegate getrieben werden. Die Schafe sollen durch dieses hindurch gehen, dann quer über den Parcours durch das zweite Drivegate geführt werden und dann zurück zum Trennungsring gelangen. Auch hierbei ist eine gerade Linie, in der die Schafe laufen, einzuhalten. Saubere Wendungen an den Wendepunkten verhindern ebenso einen Punktabzug wie die Vermeidung von Fehlern, die schon beim Fetch angesprochen wurden.

5. Der Shed

Im Trennungsring wird der Hundeführer gemeinsam mit seinem Tier eine bestimmte Anzahl von Schafen abtrennen. Dazu stehen sich der Hund und sein Halter gegenüber. Der Hundeführer schafft durch vorsichtiges Drücken eine Lücke zwischen den zwei Schafgruppen und ruft dann seinen Hund dort in die Lücke hinein. Der Hund bekommt durch einen Schritt des Hundeführers in Richtung der Gruppe, die er führen soll, signalisiert, dass er diese Schafe übernehmen soll. Diese Gruppe kontrolliert er nun und beweist seine Fähigkeit, einzelne Tiere von der Herde zu trennen, falls dies notwendig wird, etwa bei einem Unfall auf der Weide. Der Trennvorgang geschieht nur innerhalb des Rings. Punktabzüge gibt es, wenn der Hundehalter die Trennung ohne den Hund vollzieht, sich ein Schaf aus dem Ring bewegt, wenn eine gute Gelegenheit zum Trennen verpasst wird, wenn der Hund das Trennkommando nicht befolgt oder wenn er die abgetrennten Schafe nicht kontrollieren kann. Die abgetrennten Schafe, die der Hund nach dem Trennen aus dem Ring getrieben hat, soll er nun wieder mit den zurückgelassenen Tieren im Ring versammeln und dort halten, bis der Hundehalter an seine Ausgangsposition zurückgekehrt ist und neue Kommandos gibt.

6. Der Pen

Als letztes folgt nun noch das Einpferchen. Am Tor des Pen ist ein zwei Meter langer Strick befestigt. Hat der Hundeführer diesen einmal in die Hand genommen, darf er ihn nicht wieder loslassen, bis sein Hund die Schafe in den Pen (Pferch) getrieben hat. Er öffnet das Tor und gibt seinem Hund den Befehl, die Schafe in den Pen hereinzutreiben. Der Hund soll die Arbeit alleine vollbringen, wenngleich ihm sein Halter mit Kommandos helfen darf. Nur die Schafe dürfen nicht berührt werden. Hat der Hund diese letzte Aufgabe erfüllt, wird der Pferch geschlossen und der Lauf ist beendet.

Der Trialparcours

Zunächst läuft der Hund hinaus, um die Schafe zu erreichen (Outrun). Danach nähert er sich den Schafen und setzt sie in Richtung Schäfer in Bewegung (Lift). Dann treibt er die Schafe auf den Schäfer durch das Fetchgate zu (Fetch). Dort angelangt, treibt er sie dann vom Schäfer weg durch das Drivegate (Drive) und dann quer vor dem Hundeführer entlang durch Drivegate 2. Zum Trennen der Schafe werden sie in den Sheddingring getrieben (Shed). Danach werden sie eingepfercht (Pen).